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Schmierstoff-ABC

Know-how-Schutz


Die Registrierung eines Stoffes ist immer an eine oder mehrere konkrete Verwendungen gebunden. D.h. der Stoff darf nur in der bei der Registrierung benannten Weise verwendet werden. Dahinter steckt die Abschätzung und Bewertung der Exposition von Mensch und Umwelt, die natürlich von der Verwendung eines Stoffes abhängt. Es macht einen Unterschied, ob ein Stoff in einer geschlossenen Industrieanlage verwendet wird oder in einem Duschgel für jedermann erhältlich ist.

Damit der Produzent eine Verwendung bei der Registrierung berücksichtigen kann, muss er sie natürlich kennen. Das bedeutet aber auch, dass sein Kunde ihm sagt, wofür er den betreffenden Stoff einsetzt. Das ist nicht unproblematisch. Ein erheblicher Teil des Know-hows der Schmierstoffproduzenten liegt darin, Rohstoffe aus anderen Branchen zu verwenden. Unsere Einkäufer sprechen oft genug mit z.B. Vertretern der Kunststoffindustrie, die nicht wissen, wofür ihre „Kunstoff-Rohstoffe" konkret eingesetzt werden. Andere Rohstoffe kommen eigentlich aus den Bereichen Farben und Lacke, Klebstoffe, Gummi usw.

 

Hier führt das REACH-Prinzip der gesteigerten Transparenz innerhalb der Wertschöpfungskette leider dazu, dass Know-how gefährdet wird. Wer gibt schon gern sensible Produktinformationen an Dritte weiter? Und dann auch noch an Dritte, die womöglich mit den eigenen Konkurrenten sprechen, weil diese eben auch beliefert werden. Abhilfe können die von VCI und BDI vorgeschlagenen „Expositions- und Verwendungskategorien“ bieten. Statt jede Verwendung individuell mit den für sie charakteristischen Expositionsmöglichkeiten offen zu legen, werden mehrere ähnliche Verwendungen in einer größeren Kategorie zusammengefasst. Der Lieferant eines Rohstoffes kennt damit nicht mehr die genaue Anwendung. Trotzdem: Aus unserer Sicht verbleibt ein Restrisiko.

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